44% der Facebook Fans klicken bei zu vielen Postings „Dislike”

Montag, 28. Februar 2011, um 23:04 Uhr

Gründe, weshalb Facebook-Nutzer „Gefällt mir nicht mehr” bzw. „Dislike” drücken. Eine Handlungsemfehlung.

Die Gründe Nutzer zu einem „Like” zu bewegen sind durch Gewinnspiele, Rabatte und Unterhaltung mehr als offensichtlich – die Beweggründe des „Dislike”-Klicks nicht: Warum gefallen einige Marken den Fans auf Facebook nicht mehr? Eine Untersuchung des Social Media Marketers „ExactTarget and CoTweet” aus San Francisco, USA, fand heraus, dass die Gründe immer mit den veröffentlichten Inhalten in Bezug stehen. Hierzu befragten sie Facebook Fans und ermittelten folgendes Ergebnis:

44% der „Gefällt mir nicht mehr”-Klicks lassen sich auf zu viele Beiträge/ Postings einer Marke zurückführen. Die Frequenz der Publikationen ist also sehr ausschlaggebend und kann Fans auf Facebook schnell vergraulen: Die meisten Nutzer sehen Facebook immer noch als soziales Netzwerk für private Zwecke und verbannen offensichtliche Marketingmaßnahmen der Unternehmen über die Newsline auf der Facebook-Startseite. Marketingbasierter Inhalt wird bei zu häufiger Frequenz als störend und langweilig empfunden.

26% „gefällt” eine Marke nur für kurze Zeit, um an Promotion-Aktionen oder Angeboten teilzunehmen. Die Mehrheit der Befragten, die dies angaben, klickte auf „Dislike” sobald die Promotion-Aktion beendet war.
24% äußerten ihre Unzufriedenheit mit der Fan-Page wie folgt: „Es gab zu wenige Angebote” – dieses Fan-Cluster erhoffte sich offensichtlich mehr Nutzen.
24% empfanden zwar nicht die Anzahl, aber stattdessen die Inhalte der Postings als zu umwerbend. Werbung wird auf dem als privat wahrgenommenen Social Network als störend wahrgenommen und verbannt.
Weitere 18% der Befragten sagten aus, dass die Beiträge keinen echten Mehrwert erbrachten und entweder nicht relevante Inhalte posteten oder sich als zu „plauderhaft” erwiesen.

Der Vollständigkeit halber erwähne ich folgende Werte, die für Unternehmen beim Planungsprozess ihrer Social Media Marketingmaßnahmen letztlich zu vernachlässigen sind, da eine Einflussnahme auf diese Nutzergruppierungen nicht möglich ist:
14% bevorzugen eine eigenständige Auswahl ihrer Informationen und wünschen keine vom Unternehmen auferlegte Meinung. Bei 12% der Befragten haben sich die äußeren Umstände verändert, sodass Marke oder Unternehmen uninteressant wurde.

Was können wir hieraus über Social Media – insbesondere Facebook – lernen?

Der erste Schritt: Das Ergebnis hat gezeigt, dass Marken auf Facebook einen echten Mehrwert erfordern, um langfristig akzeptiert zu werden und erfolgreich agieren zu können. Ein Mehrwert bedeutet hier: Mehr Zusatzinformationen, Angebote und Sonderaktionen statt nervige Postings oder Werbebotschaften. Dies überrascht, denn die meisten Social Media Marketer behaupten nahezu das Gegenteil: Viele social Postings werden vom Konsumenten als unauthentisches Nutzerverhalten empfunden und erbringen den erwünschten Erfolg eben nicht!
Ein Mix aus beidem führt zur erfolgreichen Facebook-Page mit vielen „Likes” und kann als Handlungsempfehlung abgeleitet werden. Die Balance muss aus gewöhnlichen, lockeren Konversationen, Beiträgen und echten Deals (Angeboten) bestehen.

Der zweite Schlüssel zum Erfolg auf Facebook: Social Media Marketer sollten sich nicht zu sehr an der Anzahl der „Likes” orientieren. Der Bericht zeigte, dass ein Kunde, der sich entscheidet „Dislike” zu klicken, nicht zwangsläufig keinen Gefallen mehr an den Produkten und Leistungen dieses Unternehmens finden wird. Die Kaufentscheidung wird hierdurch nicht maßgeblich beeinflusst. 63% der Konsumenten sehen keine veränderte oder sogar eine erhöhte Wahrscheinlichkeit Produkte der „unliked” Marke zu kaufen – auch wenn sie die Facebook-Beziehung beendet haben.

Der dritte Faktor: 18% der „Disliker” berufen den Klick auf ihr Verhalten, niemals Produkte dieser Marke eingekauft zu haben. Hieraus lässt sich eine Relation zwischen „Dislike” einer Marke und dem vermutlichen Nicht-Zustandekommen einer Geschäftsbeziehung interpretieren. Für den Kunden interessante Angebote können folglich zum Erstkauf anregen und so eine dauerhafte Geschäftsbeziehung erwachsen lassen. Dennoch sollten Angebote nicht einmaliger Natur sein, um den Kunden auch langfristig bei Facebook mit seinem „Like” zu binden und seine Erwartungen zu befriedigen.

Concentrate on the content instead of how many times you are „liked”.

Facebook kristallisiert sich für interaktives Social Media Marketing als ein geeigneter Kanal heraus. Unternehmen sollten jedoch keine zu großen Erwartungen an die Anzahl der „Likes” richten, da diese nicht als Maßstab für den Marketingerfolg anzunehmen sind und auch nur bedingt die Reichweite ausdrücken. Wichtig: Facebook nicht als Werbekanal nutzen. Wer stattdessen den Fokus auf das Heranwachsen echter Fans legt und gute inhaltliche Mehrwerte erstellt, wird das Wachsen der „Likes” im zweiten Schritt als Resultat wahrnehmen und im dritten Schritt ein Ansteigen der Verkaufszahlen erwarten dürfen.



Url zum Artikel: www.futuretrend-media.com/de/blog/Facebook_Fans_Dislike_Like_Fanpage

...


Neueste Blog-Artikel

28.02.2011
Gründe, weshalb Facebook-Nutzer „Gefällt mir nicht mehr” bzw. „Dislike” drücken. Eine...weiter lesen.